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Dacapo - The National Music Anthology of Denmark

Format:  SACD

Catalogue Number:  6.220634

Barcode:  747313163465

Release Date:  Feb 2016

Period:  Baroque

Review


Buxtehude and his Circle

01 August 2016  Nordische Musik

Wenn man weiß, dass Paul Hillier einst Gründungsdirektor des Hilliard Ensemble war, hört man beim Theatre of Voices und dieser CD gleich mit anderen Ohren hin. Letzteres Ensemble besteht indes bereits seit 1990, wurde von Hillier in Kalifornien gegründet, ist mittlerweile allerdings in Dänemark zu Hause. Erst in den letzten Jahren wurden Theatre of Voices über Kennerkreise »Alter« und zeitgenössischer Chormusik bekannt, obwohl ihr Repertoire außergewöhnlich vielseitig und ihre Interpretationen teils überragend, preisgekrönt und beim Publikum ausgesprochen beliebt sind. Dieses erschöpfende, 75-minütige Programm mit Komponisten aus dem Buxtehude-Kreis während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt die Stärken des Ensembles mustergültig auf: die sieben SängerInnen und acht InstrumentalistInnen (2 Violinen, 2 Bratschen, Cello, Violon, Fagott und Orgel) gehen so sehr in den Werken auf, dass man sich wie in einer andere, ferne Zeit versetzt fühlt – und das gelingt ihnen eben so sehr, dass die Musik tatsächlich größer und präsenter wird als ihre Interpreten.

Ein nicht geringes Verdienst, denn ähnlich wie das Ensemble selbst ist auch das Werk des Organisten und Komponisten Diet(e)rich Buxtehude (dänisch Diderik Buxtehude) bislang weit weniger Menschen vertraut als das Schaffen einiger seiner Eleven, etwa Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel. Als er 1707 starb, war das anders, und der Kreis (heute wurde man Netzwerk sagen), der sich um ihn und seine Kunst zwischen Danzig, Lübeck, Kopenhagen, Göteborg und Stockholm bildete, soll im Rahmen dieser ambitionierten und wohlüberlegten Zusammenstellung ins Gedächtnis gerufen werden und zu Wieder- und Neuentdeckungen einladen. Komponisten wie Christian Geist, Franz Tunder oder Kaspar Förster aus der Zeit des Hochbarock, die Hillier und sein multinationales Theatre of Voices ausgesucht haben, sind derzeit vermutlich nur sorgfältigen Kennern ein Begriff. Umso wertvoller dieses Engagement, sie aus dem Schatten der Musikgeschichtsschreibung zu ziehen. Dazu trägt auch das exquisite, mehrsprachige Beiheft mit ausführlichen Informationen und den gesungenen Texten maßgeblich bei. Klanglich bietet die SACD (mit dem entsprechenden Wiedergabesystem) eine makellose Mischung und ein eindringliches Erlebnis.



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