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Dacapo - The National Music Anthology of Denmark

Format:  SACD

Catalogue Number:  6.220634

Barcode:  747313163465

Release Date:  Feb 2016

Period:  Baroque

Review


Buxtehude and his Circle

14 April 2016  Der Neue Merker
Dr. Ingobert Waltenberger

Dietrich Buxtehude ist als Schöpfer von innovativen Orgelwerken und als virtuoser Organist in Lübeck bekannt, als Komponist polyphoner vokaler Sakralmusik oder der Abendmusiken aber doch eher theoretisch als in Realität. Die vorliegende CD widmet sich aber nicht nur Buxtehude mit zwei herausragenden Werken („Jesu, meine Freude“, „Gott, hilf mir“), sondern will vor allem die Komponisten rund um Buxtehude aus Norddeutschland und Skandinavien vor den Vorhang bitten. Personen, denen Buxtehude in persönlichen Beziehungen verbunden war und die alle im Laufe des 17. Jahrhunderts nach Norden gingen: Christian Geist (Organist), Nicolaus Bruhns ( Schüler), Franz Tunder (Schwiegervater) und Kaspar Förster (Lehrer). 

Die Kompositionen sind alle für Stimmen in verschiedener Besetzung und kleines Orchester mit Orgel geschrieben. Mein Favorit ist Nicolaus Bruhns „De profundis clamavi“ für Bass, 2 Violinen, Cello, Violone und Orgel. Großartig, wie Jakob Bloch Jespersen die aberwitzigen Koloraturen und Verzierungen singt. Wenn man vom Text einmal absieht, klingt die Musik manchmal ganz schön weltlich und keck. Bei Buxtehudes Kantaten wiederum fällt auf, dass die Vokalsätze teils vom „System Orgel“ abgeleitet sind, dann aber wieder in höchst kunstvolle, kühne polyphone Sätze übergehen („Gott, hilf mir“). Christian Geist, stilistisch und von der melancholischen Grundstimmung her Buxtehudes Kompositionen anverwandt, ist auf der CD mit den Motetten „Dixit Dominus Domino meo“ und „Die mit Tränen säen“ vertreten. Das „Confitebor tibi Domine“ des Kaspar Förster beschließt eine wunderbares Album, das seine Qualität vor allem den großartigen Musikern desTheatre of Voices dankt. Elsa Torp, Hanna Kappelin (Sopran), Kristin Mulders (Mezzo), Daniel Carlsson (Countertenor), Johan Linderoth, Adam Riis (Tenor) sowie der bereits erwähnte luxuriös orgelnde Jakob Bloch Jespersen singen die solistischen und chorischen Teile gleichermaßen brillant, intonationsrein und ausdrucksstark. Wobei in diesen Werken die Betonung auf den vielen kleinen Noten liegt, die manchmal in ihrer oft girlandengleichen Verstrickung zu einem Jubel aufblühen, dem sich der Hörer kaum entziehen kann. Spontan haben wir zu Hause dann mitgesungen, bzw. den tonmalerischen Duktus und die Koloraturen mit Wonne nachgeahmt.

Eine CD, die nicht nur wegen des Repertoirewerts hochinteressant ist, sondern die auch „kulinarisch“ in höchstem Maße besticht. Paul Hillier hat mit seinem formidablen Sängern und einem achtköpfigen Instrumentalensemble  wieder einmal einen Hit gelandet.

 





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