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Dacapo Forsiden
Dacapo - Danmarks Nationale Musikantologi
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Format:  CD

Katalognummer:  8.226111

Stregkode:  636943611128

Udgivelsesdato:  Jun 2016

Periode:  Senromantik

Anmeldelse


GUSTAV HELSTED Decet & Strygekvartet

30 August 2016  Der Neue Merker
Dr. Ingobert Waltenberger

Der Niels W. Gade Schüler Helsted ist ein Vertreter der dänischen Romantik, selbst wenn dem Komponisten diese Einordnung selbst sauer aufgestoßen wäre. Auch wenn er in der 1896 gegründeten Music Society die Symphonien Bruckners und Mahlers förderte, und als begnadeter Organist das Werk César Francks in Dänemark bekannt machte, klingen die hier erstmals auf Tonträger vorgestellten Werke eher wie pastorale Serenade und expressive spätromantische Kammermusik denn als groß konzipierte dramatische Würfe. Das nimmt per se der Musik Helsteds nichts von der filigranen Poesie, der ruhig heiteren Grundstimmung, der lichtvollen Naturbeschwörung, der im Detail meisterlich gearbeiteten harmonischen Wandlungen und kontrapunktischen Durchführungen.

Besonders schön ist dies anhand der Kammersymphonie „Decet“ in D-Dur Op. 18 für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, 2 Violinen, Viola, Cello und Kontrabass nachzuvollziehen. Pastellfarbene Klänge suggerieren eingangs einen Sonnenaufgang mit Vogelgezwitscher. Heiter beschwingt geht es in den Tag. Melancholischere Variationen à la Tchaikovsky folgen, lassen sanfte Gemütserregungen kommen und gehen und verlieren sich wieder. Im Scherzo steigert Helsted die Dynamik in kontrapunktischen Wellenbewegungen hin zu einem gestandenen Fortissimo. Insgesamt herrscht in diesem Werk trotz zahlreicher schöner Soli der einzelnen Instrumente aber ein „Schmelzklang“ vor, der den Gesamtsound vor virtuose Alleingänge stellt. Manchmal lässt in den ruhig kontemplativen Stellen der Partitur schon Arvo Pärt in der Ferne grüßen.

Ganz anders Gustav Helsteds letztes, 1917 entstandenes Streichquartett in F-Moll Op. 33. Sätze mit den Bezeichnungen Allegro con fuoco und Presto Appassionato zielen schon auf eine ganz andere, temperament- und kontrastreichere musikalische Aussage. Zahlreiche Modulationen im tonalen Duktus und harmonischen Geflecht leiten in ein melancholischeres Scherzo über. Im vierten Satz lässt Helsted selbst sein optimistisches Credo obsiegen, indem er widerstreitende Temperamente, dunkle und helle Schatten in einer Dur Kadenz enden lässt.

Die Danish Sinfonietta (Randers Kammerorkester) unter dem schottischen Chefdirigenten David Riddell besteht aus einem Bläserquintett und neun Streichern, erweiterbar um 20-25 weitere Musiker, wenn dies ein Werk erfordert. Sie fungiert auch als Opernorchester für das Aarhus Sommer Opernfestival. In den auf dem neuen Album vorgestellten Ersteinspielungen lässt die hervorragende dänische Formation keine Wünsche offen.



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