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Dacapo Forsiden
Dacapo - Danmarks Nationale Musikantologi
e-maerket

Format:  CD

Katalognummer:  8.207001

Stregkode:  636943700112

Udgivelsesdato:  Jun 2010

Periode:  Sent 20. århundrede

Anmeldelse


Vagn Holmboe: Samlede strygekvartetter

01 November 2010  Ensemble
Carsten Dürer

Streichquartett-Entdeckungen, Mozarts Violinsonaten & Live-Dramatik

Wir haben drei Boxen uns, die es sich lohnt anzuhören, alle drei sind individuell in ihrer Art. Zwar sind sie Einspielungen aller Mozart-Violinsonaten nicht gerade besonders, aber Dmitry Sitkovetsky ziegt hier einmal mehr sein bemerkenswertes Talent. Aber die anderen beiden Boxen haben es in sich. Vor allem die Streichquartette des dänischen Komponisten Vagn Holmboe entsprechen einer wahren Entdeckungsreise. Und die Live-Einspielungen des kalifornischen Festivals "Music@menlo" sind ehrlich und direkt - und klanglich perfekt ausgeführt.

 

Wer war dieser Vagn Holmboe, der in unseren Konzertsälen so gut wie niemals zue Auffürung kommt? Holmboe wurde 1909 geboren und verstarb erst 1996. Der Däner war shon als Teenager ein Vielschreiber. Doch erst als er ans Königliche Musikkonservatorium in Kopenhagen ging und unter Carl Nielsen Studierte, nahm er sich selbst und seine Arbeiten wirklich ernst. Und schon su dieser Studienxeit entstanden die ersten Streichquartette. Doch erst als Vierzigjäriger hielt er das erste Streichquartett für nennenswert und gab ihm die Nr. 1 mit auf dem weg. Danach begleitete die Gattung streichquartett ihn sein Leben lang, auch wenn sein Gesamtæuvre um die 400 Werke zählt. Mit 20 Streichquatetten ist das Gesamtschaffen für dieses Genre allerdings derartig reich, dass man sich fragt, warum es bislang keinen Eingang in das Standardrepertoire gefunden hat. Umso spannender ist es nun, dem bereits 1973 von Anton Kontra gegründeten Kontra Quartet zu lauschen, das noch zu Lebzeiten von Holmboe min der einspielung dieser Quartette begann und sie 2006 abschloss. Nun liegen sie also in Gesamtheit vor. Und Schnell hört man, dass der Naturfreund Holmboe, der sich ab 1965 in die Einöde zurückzog, um sich allein seinen Kompositionen zu widmen, die Naturelemente als Vorbild hatte. Intensität stand bei ihm genauso deutlich im Vordergrund wie die Dramatik - alles wunderbare Gleichnisse, die er aus der Natur aufnahm. Dennoch ist er durchaus ein Komponist des 20. Jahrhunderts, zwar niemals wirklich atonal, aber mit deutlichen Einflüssen erweiterter Harmonik. Dabei steht bei ihm - wie bei anderen Zeitgenossen - die Feingliedrigkeit im Vordergrund, ebenso wie Changierende Klangelemente. Holmboe entwickelte seinen Stil, vor allem auch in den Werken für Streichquartett, die an seinem Lebensende entstanden und denen er keine Nummer mehr zuardnete. Das Kontra Quartet hat sich intensiv mit diesen Werken durch die Jahre beschäftigt, spielte alle zwischen 1992 und 2006 ein, ein langer Zeitraum. Und das hört man, denn die Anforderungen an den Klangkörper sind hoch. Nicht nur in rhythmischer Hinsicht, sondern vor allem in der Ekstase, nach der Homboe verlangt. Gedeckte Klangteppiche wechseln sich ab mit solistisch eingeworfenen Sequenzen, doch immer wier kehrt der Komponist zur harmonisch grandiosen Aussagekraft zuzück, um seiner Gedanskenwelt Ausdruck zu verleihen. Nur selten wirken die Sätze froh und leicht in ihrer Aussage, meist sind sie doch einer strengen Strukturiertheit unterworfen, die mit einer melancholosch-dunklen Aussage durchwoben ist.

Dem Kontra Quartet ist eine faszinierende Box gelungen und nun sollte man sich endgültig diesem spannenden komponisten für Streichquartett nicht mehr verschließen.





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