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Dacapo Forsiden
Dacapo - Danmarks Nationale Musikantologi
e-maerket

Format:  SACD

Katalognummer:  6.220641-42

Stregkode:  747313164165

Udgivelsesdato:  Jun 2015

Periode:  Tidligt 20. århundrede

Anmeldelse


Carl Nielsen: Maskarade

01 November 2015  Oper!
Peter Buske

Weil es im deutschen Wald doch so schön ist. Auch deshalb lieben wir den Weber’schen Freischütz, haben ihn uns zur deutschen Nationaloper erkoren. Und die Dänen? Die fanden die ihre in der Oper Maskarade von Carl Nielsen (1865-1931). Seit der Uraufführung anno 1906 am Königlich Dänischen Theater in Kopenhagen trat sie ihren Siegeszug durch skandinavische Lande an. Wenig Verbreitung fand sie dagegen auf anderen europäischen Bühnen. Auch wenn gelegentlich die temperamentvolle Ouvertüre und das „Hahnentanz“-Ballett aus dem 3. Akt in Konzerten erklingt, widerfährt dem Komponisten dennoch hierzulande noch immer nicht die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Besserung verspricht das Musikfest Berlin 2015 aus Anlass des 150. Geburtstages des Komponisten mit Offerten aus orchestralen und kammermusikalischen Gefilden. 

Und diskographisch? Sieht es auch nicht allzu üppig aus. 1954 erscheint der Livemitschnitt einer Konzertaufführung von Maskarade mit dem Dänischen Nationalorchester, das dann 1977 und 1996 Studioaufnahmen produziert. 2005 liegt auf DVD der Mitschnitt einer deutschen Fassung aus Bregenz vor, zwei Jahre später eine CD/DVD-Produktion mit Chor und Orchester der Königlich Dänischen Oper. Und für die jüngste Einspielung der Maskarade sind es erneut Chor und Nationalorchester, die unter der federnden, buffoleichten und temperamentvollen Leitung von Michael Schønwandt diese melodiös funkelnde, vor witzigen tonsetzerischen Einfällen nur so sprühende Opernrarität für das dänische Label Dacapo aufgenommen haben. Entstanden ist eine Einspielung, die rundum überzeugt. Man spürt vom ersten Takt an, das Nielsen-Spezialist Michael Schønwandt, von 1992 bis 1998 Chefdirigent des Berliner Sinfonieorchesters (BSO), mit der Partitur bis ins kleinste Detail bestens vertraut ist. 

Die Handlung nach bewährtem Buffa-Schema ist schnell erzählt. Leander (Niels Jørgen Riis mit weicher, leichter und beweglicher Stimme ein überzeugender tenoraler Zwischenfachsänger), Sohn aus gutsituiertem bürgerlichen Hause, lernt auf einem Maskenball eine unbekannte Schöne kennen, verliebt sich in sie, tauscht mir ihr bereits Ringe. Doch Vater Jeronimus (bassbaritonaler Buffo: Stephen Milling) will ihn mit Leonora (Dénise Beck, Sopran), Tochter seines Freundes Leonard (Stig Fogh Andersen, Tenor) verheiraten, die Leander allerdings noch nie gesehen hat. Eine hinlänglich bekannte Konstellation, aus der mannigfaltige Verwicklungen erwachsen. Dabei stellt sich heraus, dass sich Leonora auf einem Maskenball in einen ihr unbekannten Jüngling verliebt hat. Man ahnt: es ist Leander. 

Nach 135 kurzweiligen Minuten präziser, geradezu wollüstiger Klanggeschmeidigkeit und Ausdrucksintensität findet sich alles zum guten Ende, ist selbst der kritischste Hörer voll des Lobes über sämtliche Beteiligten, die alle Register ihres erzkomödiantischen Könnens gezogen haben, ohne in die Klamotte abzugleiten. Schade, dass das 146-seitige Booklet nur den dänischen und englisch übersetzten Text abdruckt. So lässt sich leider dem Sprachwitz nicht auf die Spur kommen.



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