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Dacapo Forsiden
Dacapo - Danmarks Nationale Musikantologi
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Format:  SACD

Katalognummer:  6.220623

Stregkode:  747313162369

Udgivelsesdato:  Sep 2012

Periode:  Tidligt 20. århundrede

Anmeldelse


Carl Nielsen: Symfonier 2 og 3

03 November 2012  SPIEGEL online
Werner Theurich

Seine Symphonien rauschen wie Nordseefluten: Die Musik des dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865-1931) strömt mit üppiger Klangfülle, spült über Grenzen klassischer Harmonik hinweg und kitzelt die Hörer mit vielfarbiger Instrumentierung.

Man muss kein Nordlicht sein, um diesen Charme zu gestalten: Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel zum Beispiel fühlt sich in der Welt der vierten Nielsen-Symphonie sehr zu Hause, wie er bei seiner Europatournee vor drei Jahren bewies. Und aktuell zeigt der gebürtige New Yorker Alan Gilbert, was man mit Nielsen anstellen kann. Gilbert, der seit 2009 die New York Philharmonic leitet, hat sich für eine Live-Aufnahme die zweite ("Die vier Temperamente") und die dritte Symphonie ("Sinfonia Espansiva") ausgesucht, die beide Nielsens spätromantisch geprägte Ideen effektreich präsentieren.

"Schönheit und Gewalt" bescheinigt der amerikanische Musikjournalist Alex Ross ("The Rest Is Noise") dem Werk Nielsens - aber man kann noch mehr entdecken. Manches erinnert an den eklektischen Witz und die Fülle von Gustav Mahler, nicht nur die jubilierenden Solostimmen (Erin Morley/Sopran und Joshua Hopkins/Bariton) in der dritten Symphonie Opus 27. Vier Sätze, vier große An- und Ausläufe, griffige Melodik und keine Angst vor plakativer Orchestrierung.

Carl Nielsen wusste, wie man im Konzertsaal Wirkung erzielt, wenn auch manchmal ein Hauch Zirkusluft durch die Hallen weht. Daher dürften Gustavo Dudamel auch die zwei Solo-Pauken inspiriert haben, die sich in Nielsens "Vierter" ein wildes Percussions-Duell liefern: ein todsicherer Bringer bei jeder Performance. Alan Gilbert muss auf andere Effekte zurückgreifen, er baut seine Spannungsbögen aus den dicht gewebten Arrangements.

Erotisch aufpeitschend

Die zweite Symphonie Opus 16, die mit den "Temperamenten", erforscht denn auch in ihren vier Sätzen den "Choleriker", das "Phlegmatische", den "Melancholiker" und - Überraschung! - den sanguinischen, optimistisch-ausgeglichenen Charakter. Das klingt, musikalisch umgesetzt, viel spannender als es sich programmatisch liest: Die Form folgt gottlob nicht sklavisch der Funktion, sondern erobert ihren eigenen Ausdruck und fließt in rhythmisch straff gestaltete Motive, die an die Ballettszenen eines Leonard Bernstein erinnern.





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