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Dacapo Forsiden
Dacapo - Danmarks Nationale Musikantologi
e-maerket

Format:  SACD

Katalognummer:  6.220534

Stregkode:  747313153466

Udgivelsesdato:  Oct 2010

Periode:  Tidlig musik, Tidlig musik, Barok

Anmeldelse


Dietrich Buxtehude: Skandinaviske Kantater

02 January 2011  Klassik.com
Dr. Matthias Lange

Es kommt in der deutschen Rezeption gelegentlich ein wenig zu kurz, dass Dietrich Buxtehude (1637-1707) mit gutem Grund auch als skandinavischer Künstler angesprochen werden kann: Geboren in Helsingborg, mit dem Vater über den Sund nach Helsingør gezogen, dann später selbst als Organist in diesen beiden Städten tätig, bevor er seit 1668 die Stelle des Organisten und Werkmeisters in der Lübecker Marienkirche antrat und damit seine Lebensposition gefunden hatte.

Der mit seinem Ensemble Theatre of Voices seit einiger Zeit in Dänemark beheimatete Paul Hillier hat als Sänger und Dirigent einen weiten Horizont von ältester Musik bis zu ambitionierten Vokalkompositionen der Gegenwart durchmessen. Darin fügt sich die Beschäftigung mit dem Werk Buxtehudes nahtlos ein, wie die vorliegende Platte zeigt. Deren Programm umfasst neben einigen Kantaten auf lateinische Texte auch die beiden einzigen überlieferten Kantaten auf schwedische Texte BuxWV 8 und 40. Gegliedert wird die Platte von zwei charakteristischen Orgelwerken Buxtehudes, dem Präludium e-Moll BuxWV 142 und der Passacaglia in d-Moll BuxWV 161. Und als besondere Spezialität erklingt die einzige Komposition, die Buxtehude im alten Stil komponiert hat, seine knappe 'Missa alla Brevis' BuxWV 114. Dieser überschaubare Ausflug Buxtehudes in die Sphäre des alten Stils charakterisiert ihn als interessierten Satztechniker, der sich des kompositorischen Erbes sehr bewusst war, seinen von ästhetischer Fortentwicklung bestimmten Weg dennoch unbeirrt fortsetzte. Ein interessantes und mit Blick auf das Repertoire durchaus relevant zusammengestelltes Programm also, das neben typischen Kompositionen auch einen Ausschnitt des vielgestaltigen Werkes Buxtehudes vorstellt, der weit weniger im Zentrum des allgemeinen Interesses steht.

Expertise

Paul Hillier führt in seinem Theatre of Voices versierte Vokalisten zusammen: Die beiden Soprane Else Torp und Bente Vist, den Altisten William Purefoy, die Tenöre Adam Riis und Johan Linderoth sowie die voluminösen Bass Jakob Bloch Jespersen. Sie alle verfügen über klare, technisch sehr solide basierte Stimmen, die entsprechend ihrem Register eine jeweils typische, deutlich profilierte Klangprägung aufweisen. Die Vokalisten formen fein balancierte Ensembles, lösen sich aber auch mit großer Souveränität solistisch aus diesem Kontext.

Unterstützung finden sie dabei vom schmal besetzten Instrumentalensemble, das ohne technische oder intonatorische Mängel agiert, klangsinnlich, sensibel und mit eminenter stilistischer Sicherheit spielt. Die Instrumentalisten um den Ersten Geiger Peter Spissky grundieren das vokale Geschehen, setzen aber auch vernehmliche eigenständige Akzente.

Mit der Organistin Bine Bryndorf tritt schließlich eine Interpretin von erheblichem Format hinzu. Auf dem plastisch und mit würziger Schärfe zeichnenden Instrument der Marienkirche in Helsingør spielt sie manuell exzellent und präsentiert ihre ganze stilistische Erfahrung - der ausufernde ‚stylus phantasticus' des Präludiums kommt ebenso optimal zur Geltung wie die Verbindung von formaler Strenge und variativer Phantasie in der Passacaglia.

Besondere Erwähnung verdient das Klangbild: Die Aufnahme wurde im erheblich dimensionierten Raum der Marienkirche von Helsingør realisiert. Das entstandene Bild ist dennoch sehr präzis, gut balanciert, plastisch gestaffelt und von einem natürlich erheblichen Raumeffekt überwölbt, aber doch nie dominiert. Diese souveräne, zugleich nicht risikolose Einbeziehung des Raumes als Teil musikalischer Interpretation wird barocker Klangästhetik absolut gerecht. Dass unter diesen Bedingungen von Vokalisten und Instrumentalisten akkurat und entschieden artikuliert werden muss, ist eindeutig und wird von den Akteuren auch geleistet, ohne dabei in allzu kleinteilige Manierismen zu verfallen. Das dreisprachige Booklet in dezenter Gestaltung informiert sehr ausführlich und fundiert.

Paul Hillier und seinem Ensemble gelingt eine klangorientierte, raumbasierte Auffassung interessanter Kanteten Dietrich Buxtehudes, mit leichter Hand zusammengeführt und zu einem schlüssigen, auch mit Blick auf das Repertoire interessanten Programm geformt.

 





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